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Energieeffizienz bei Aufzügen

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Energie-Fakten

  • 80% aller Aufzugsanlagen in Deutschland und Europa stehen mehr als 23 Stunden am Tag (schweizer Studie S.A.F.E.) ! Achten Sie deshalb auf den Stillstandsverbrauch!
  • Stillstandsverbrauch ist der maßgebliche Verbrauch bei 80% aller Aufzugsanlagen!
  • ein typischer Aufzug dieser 80% hat 630kg Nutzlast und 4 Haltestellen. Er verbraucht als moderner hydraulischer Aufzug 150-250 Eur Strom für den Fahrbetrieb. Ein moderner Gearless-Seilaufzug verbraucht nur unwesentlich weniger für die Fahrt.
  • die Standby-Leistung - also für über 23 Stunden am Tag - beträgt bei typischen Aufzügen dieses Marktsegments mit Frequenzumrichter (z.B. Seil-Gearless) 100-400 Watt, was 150-600 Eur im Jahr entspricht. Allein im Stillstand!
    * Aufzüge ohne Umrichter haben meist einen wesentlich geringeren Standby-Verbrauch.
  • neue Umrichter lassen sich teilweise in einen Schlafmodus schalten. Achten Sie bei den Herstellerangaben darauf, dass dies nicht zu Lasten ihrer Lebenszeit geht!
  • Licht aus! Nutzen Sie die automatische Kabinenlichtabschaltung und sparen Sie allein dadurch z.B. bei 2 Neon-Lampen 140 Eur im Jahr!
  • frequenzgeregelte Hydraulikaufzüge sind sinnvoll, um die Netzbelastung bei hohen Nutzlasten zu reduzieren und den Wärmeintrag ins Öl zu reduzieren. Der Frequenzumrichter braucht aber im Stillstand kontinuierlich Strom. Sie können auch hier auf Modelle achten, die häufig und ohne negative Auswirkungen auf die Standzeit in Schalfmodus versetzt werden können. Die Steuerung muss dies unterstützen und einen Standby-Modus dafür anbieten! Ein Spareffekt wird erst bei Aufzügen mit intensivem Dauerbetrieb erzielt, da erst dann die Einsparung beim Fahrverbrauch maßgeblicher ist als der höhere Standby-Verbrauch sowie die höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten.
  • achten Sie darauf, dass Energiesparmaßnahmen in Investitions- und in Unterhaltskosten in vernünftiger Relation zur Stromersparnis stehen. Es macht keinen Sinn, mehrere Tausend Euro für zusätzliche, energiesparendes Maßnahmen auszugeben und somit Resourcen in Höhe dieses Wertes zu verbrauchen, wenn die Energieeinsparung im Jahr bei 30-50 Eur liegt (siehe typischer Fahrverbrauch von 80% aller Aufzugsanlagen bei 150-250 Eur). Denken Sie nachhaltig und seien Sie informiert!
  • achten Sie auf effiziente Antriebe mit hohen Wirkungsgraden und ohne unnötige x-fache Seilaufhängung im Schacht, die den Wirkungsgrad verschlechtert
  • Energierückgewinnung rentiert sich bei den aktuellen Technologien nur bei sehr intensiv genutzten Aufzügen (VDI4707 Nutzungskategorie V, IV). Entsprechende Umrichter, Rückspeiseeinheiten oder Speichersysteme kosten erheblich mehr und erhöhen die Unterhaltskosten - Kosten die danach über Rückgewinnung erst einmal eingespart werden wollen. Zumeist erfolgt die Nutzung durch Speicherung und Verwendung des Stromes im Aufzug selbst. Eine Rückspeisung ins öffentliche Netz ist rechtlich sehr problematisch, da untersagt. Geld gibt es nicht zurück, weil keine Förderung als regenerative Energie erfolgt.

Unsere Anlagen

Fluitronic und Gearless Belt wurden mit Rücksicht auf Energieeffizienz entwickelt. Der Fahrverbrauch ist aufgrund verschiedener Maßnahmen sehr gering. Der Stillstandsverbrauch beim Fluitronic ist nahezu 0, beim Gearless Belt sehr gering.

Wichtig ist für uns der nachhaltige Umgang mit Ressourcen. So verwenden wir, wann immer möglich, standardisierte Großserienteile (wie z.B. Standardasynchronmotoren mit hoher Effizienz für den GLB und die DRY-Antriebsaggregate). Die Anzahl der notwendigen, verschleißenden Teile im Aufzug sind stark reduziert (z.B. wenig Umlenkrollen beim Seilaufzug, keine Umlenkrollen und Seile beim Lasten- und Autoaufzug). Wir verzichten komplett auf Spezialantriebe, die teilweise in regelmäßigen Abständen komplett getauscht werden müssten und somit eine unnötig hohe Material- und Energieverschwendung darstellen. Wir reduzieren stattdessen die zu wartenden Teile. 10 Jahre Produktgarantie und auffallend geringe Wartungs- und Unterhaltkosten sind Ausdruck dieser nachhaltigen Denkweise. Wir reden nicht nur von der Verantwortung für die Zukunft der Erde. Wir tun auch etwas dafür!

Energieeffizienz nach VDI 4707 Blatt 1

  • Nur für Deutschland gilt für Aufzüge die VDI4707 Energieeffizienz mit dem Ziel der Umsetzung des Kyoto-Protokolls, welches sorgsamen Umgang mit den Ressourcen fordert.
  • Europäisch bzw. international ist die Richtlinie noch nicht anerkannt. Sie verklausuliert auf einem Label optisch in Farben von Rot bis Grün und Klassen A-G die "Effizienz" des Aufzugs. Gleichzeitig sagt diese Klasse und das Label gar nichts aus über den Stromverbrauch, den der Aufzug reell wirklich haben wird. Denn der Verbrauch wird auf eine Nutzungskategorie heruntergebrochen, in welche der Aufzug eingestuft wird. Der angebene Verbrauch entspricht der Kategorie, nicht dem wirklichen Einsatzfall. Der Algorithmus zur Klassenermittlung ist schwer verständlich und nur über Messung am existierenden Aufzug zu ermitteln. Vor allem der Mittelstand und die kleinen Aufzugbauern stehen in ihrem klassischen Geschäftfeld vor dem Problem, dass sie die Effizienz eines Aufzugs nicht ermitteln können, den sie nach Kundenwünschen zusammenstellen. Denn dieser existiert noch nicht und ist somit nicht messbar. In Massen gefertigte Standardaufzüge sind hingegen klar im Vorteil.
  • Ob Klasse "A"-Aufzüge wirklich effizient, also sparsam im Umgang mit Ressourcen sind, ist nicht automatisch gesagt. Das Risiko ist sehr groß, dass vermeintlich effiziente Aufzüge Zusatzkomponenten enthalten, die die Wartungs- und Unterhaltskosten um wesentlich mehr erhöhen, als sie vermeintlich an Strom sparen. Vergleichen Sie also auch die Folgekosten, denn auch Materialkosten sind Ressourcen unserer Welt (siehe Kyoto-Protokoll).
  • Die VDI teilt Aufzüge je nach Nutzungsintensität in Nutzungskategorien ein. Ein Klasse - "A"-Aufzug, das hehre Ziel eines jeden Aufzugbauers, ist nur in der zugrunde gelegten Nutzungskategorie Klasse "A". Läuft er tatsächlich mehr oder weniger oft, ist noch lange nicht gesagt, dass er noch Klasse "A" erreicht. Interessant ist, dass 80% aller Aufzugsanlagen in Deutschland in die Nutzungskategorie I-II fallen, also weniger als eine Stunde am Tag fahren. Achten Sie deshalb auf die Kosten im Stillstand.

    * die VDI sagt nur etwas über den Energieverbrauch im Betrieb aus. Energiekosten - und indirekt Materialkosten - für Herstellung, Unterhalt, Wartung, die im übrigen wenigstens 10x zumeist aber weit über 20x höherer als die Verbrauchskosten sind, werden nicht beachtet.
  • Aktuell wird das Blatt 2 der VDI ausgearbeitet, nachdem auch aus Komponenten zusammengestellte Aufzüge rechnerisch bewertet werden können.